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Es gibt keine gefährlichen Haie - nur gefährliche Situationen!
Weil eben Haie bei den Menschen kein Mitleid erregen, können Schutzkampagnen für sie nur dann etwas bewirken, wenn wir die unbegründete Angst vor diesen Tieren abbauen. Dieser Abbau geschieht jedoch nicht, indem man lediglich erwähnt, dass keine Gefahr besteht und entsprechend die Angst unbegründet ist. Solange die Argumente dafür fehlen, wird jede Bemühung fehlschlagen. Diese Sachlage dürfte eigentlich klar sein und hätte schon vor vielen Jahren zu einem Umdenken geführt, wäre nicht auch die Wissenschaft von Selachophobia (Angst vor Haien) befallen. Da wird auch heute noch oft von aggressiven oder gefährlichen Haien gesprochen. Solange Wissenschaftler solche Wörter brauchen um Haie zu beschreiben, wird ein Umdenken bei der breiten Bevölkerung nicht stattfinden.
Die Interaktionsforschung zwischen Menschen und Haien ist der wichtigste Aspekt zum Schutz dieser Tiere, denn nur diese Forschung ist in der Lage, Angst abzubauen und - wenn überhaupt - ein Umdenken einzuleiten. Doch leider wird dies weder von der gängigen Wissenschaft noch von den meisten Haischutz-Organisationen erkannt. Dieser Sachverhalt soll nicht die kleineren und grösseren Erfolge dieser Organisationen hinterfragen, doch dürfen diese nicht überbewertet und schon gar nicht als Massstab für den eigentlichen Haischutz gesehen werden. Der wahre Erfolg liegt im Umdenken der Menschen und im Gesinnungswandel der breiten Masse, und diese wird gebraucht, wenn es wirklich ums eigentliche Problem geht: Überfischung der Haie in den Weltmeeren. Diese Lobby kann aber nur gewonnen werden, wenn Menschen sich von den Ängsten befreien können und sich mit der wahren Problematik auseinandersetzen. Doch solange nicht erkannt wird, dass all die gängigen Kampagnen das eigentliche Problem nicht attackieren, solange sind diese Erfolge zwar Federn für die entsprechenden Organisationen, jedoch effektlos hinsichtlich dem eigentlichen Problem.
Als Dr. Erich Ritter vor mehr als 20 Jahren begonnen hat, sich für die Haie aktiv einzusetzen, war ihm schnell klar, dass, wenn er die am häufigsten gestellten Fragen nicht beantworten kann, kein Umdenken möglich ist. Die wohl zentralste Frage ist und bleibt: „Warum greifen Haie Menschen an?“. Natürlich müsste man die Frage anders stellen und fragen, warum Haie Menschen normalerweise nicht angreifen, denn die 80 - 100 Unfälle pro Jahr belegen das, aber in einem angsterfüllten Gehirn hat Logik wenig Platz. Entsprechend befasst sich Dr. Erich Ritter seit vielen Jahren mit dieser eigentlich sinnlosen Frage. Tatsache ist
Es gibt keine gefährlichen Haie - nur gefährliche Situationen!
Und es ist ein wichtiger Teil der Interaktionsforschung all diese Situationen zu verstehen, die entscheidenden Faktoren herauszuarbeiten und Verhaltensregeln für Menschen zu kreieren, was getan werden muss, sollte eine solche Situation auftreten. Das von Dr. Erich Ritter entwickelte und praktizierte Interaktionskonzept ADORE-SANE, wie auch das “Konstellation von Faktoren”-Prinzip lassen solche Situationen erkennen. Doch erkennen der Faktoren ist nur einer der Aspekte eine Situation zu verstehen, ein anderer ist das Verhalten des Tieres in einer Situation richtig zu interpretieren.
Aus diesen Gründen befassen sich alle Projekte von Dr. Erich Ritters Forschungsgruppe entweder mit Faktoren, die ein Verhalten eines Hais beeinflussen wie bspw. der Einfluss von Wetterfaktoren oder von Saugfischen, welche hydro- oder sinnsensible Regionen beeinflussen, oder mit dem Verhalten des Tieres untereinander wie beispielsweise Fresshierarchien, Dominanzen... All dies soll das Verständnis für Situationen, worin sich Menschen mit Haien wieder finden, fördern und mithelfen, daraus entstehende Konfliktsituation erkennen und entschärfen zu können. Zusammen mit der aktiven Unfallrekonstruktion und -analyse laufender Unfälle wird damit eine breitere Basis für Argumente gegen die Angst vor Haien erarbeitet. Haie sind intelligente Lebewesen, die leider nicht ins gängige Bild von lieben Tieren passen. Unsere Generation muss dieses Bild jetzt und schnell verändern, danach wird es zu spät sein!
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