“… warum soll ich Haie schützen, die sind doch gefährlich….?”
In diesem Satz widerspiegelt sich ein Grossteil des Misserfolgs Haie zu schützen. Wale werden nicht geschützt, weil ihr Wert für die Umwelt erkannt wurde, sondern weil sie in uns ein Mitleid erregen. Dasselbe gilt für Seehunde, Seekühe, Schildkröten und all die anderen Meeresbewohner, die in uns solche entsprechenden Emotionen auslösen, und wir demzufolge vor ihnen keine Angst haben. Doch Tiere, wie Schlangen, Riesenspinnen oder eben Haie, denen das nicht gelingt, haben nahezu keine Chance. Es darf keine Rolle spielen, was wir für ein Tier empfinden, wenn es um deren Schutz geht, doch leider sieht die Realität anders aus. Die Frage bleibt also: „Warum müssen denn Haie überhaupt geschützt werden?“
Die Antwort dazu ist sehr einfach: Haie sind die häufigsten Raubtiere auf unserem Planeten, die über 50 kg schwer werden und sind entsprechend die ultimativen Kontrolleure aller marinen Ökosysteme und Nahrungsketten. Wird nun die Dichte dieser Topräuber reduziert, laufen wir Gefahr, dass die Nahrungsketten auseinander brechen, was zu unwiderruflichen Schäden der marinen Ökosysteme führen wird und schlussendlich zu deren Zusammenbruch. Werden die Topräuber eliminiert, oder zumindest so reduziert, dass sie ihre Funktion der Kontrolle nicht mehr ausüben, können sich die darunter liegenden trophischen Stufen, in diesem Falle Fischschwärme, ungehindert vermehren. Das wird nun auch kranken und alten Tieren ermöglicht, welche vorher durch Haie eliminiert wurden. Entsprechend explodieren die vorher kontrollierten Fischschwärme nicht nur, sondern es verbreiten sich auch Krankheiten. Doch da plötzlich so viel mehr Fische vorhanden sind, fressen diese natürlich auch entsprechend mehr, was in Kürze zu einem Nahrungsmangel führt und die Fische entweder verhungern oder nach Möglichkeit abwandern, was jedoch wiederum vielleicht noch intakte Systeme überfordert. Wie immer man es dreht, das Abschlachten von Haien zieht unwiderrufliche Schäden nach sich. Und bedenkt man, dass ein Grossteil des Sauerstoffs von der untersten trophischen marinen Stufe produziert wird, muss alles daran gesetzt werden, dass Nahrungsketten intakt bleiben.
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